Hunderttausende Wohngebäude in Deutschland si – DENAE
27. Feb. 2024 17:27

Hunderttausende Wohngebäude in Deutschland sind hochwassergefährdet

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Mehr als 320.000 Adressen sind nach einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von Hochwasser bedroht, darunter Wohn- und Geschäftshäuser, landwirtschaftliche und öffentliche Gebäude. Anja Käfer-Rohrbach, die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV, warnte vor Milliardenschäden, die durch den Klimawandel und häufigere Extremwetterereignisse zu erwarten seien.

Die meisten dieser gefährdeten Adressen liegen bereits in festgelegten oder amtlich ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten. Etwa jede fünfte Adresse liegt jedoch in so genannten Hochwasserrisikogebieten, in denen bestimmte Entwicklungen nicht verboten sind und keiner besonderen Prüfung oder Genehmigung bedürfen. Diese Gebiete sind noch nicht ausreichend untersucht und bewertet.

Angesichts dieser alarmierenden Ergebnisse fordert der GDV die Politik auf, zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Gebiete zu ergreifen. Insbesondere fordert er ein sofortiges Neubauverbot in gefährdeten Gebieten. Die derzeitigen Regelungen lassen zu viele Ausnahmen zu und erlauben weiterhin das Bauen in Überschwemmungsgebieten. Der GDV betont die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen und finanzieller Unterstützung durch Bund, Länder und Kommunen, um Gebäude in gefährdeten Gebieten zu schützen. Eine Pflichtversicherung allein, wie sie von einigen Bundesländern gefordert wird, reicht nicht aus, um das Problem vollständig zu lösen.

Die GDV-Studie zeigt deutlich das enorme Hochwasserrisiko in den betroffenen Regionen und das damit verbundene Katastrophenpotenzial. Maßnahmen zur Risikominderung für die betroffenen Gebiete und zur Verbesserung des Schutzes der lokalen Infrastruktur sind dringend erforderlich. Nur durch eine konzertierte und integrierte Anstrengung von Politik, Versicherungswirtschaft und Öffentlichkeit kann das Problem erfolgreich angegangen werden.

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