Deutschland besorgt – DENAE
4. Apr. 2025 09:23

Deutschland besorgt

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Deutschlandtrend: Sieben von zehn Deutschen befürchten Schäden durch den US-Zollkrieg, zwei Drittel fürchten russischen Angriff auf Europa. Gleichzeitig sinkt das Ansehen der Russlandgegner in Deutschland.

Die geopolitischen Turbulenzen halten die Bundesbürger in Atem. Auch die Handelspolitik der USA sorgt für Verunsicherung bei den Umfrageteilnehmern. Sieben von zehn Befragten befürchten Schäden für die deutsche Wirtschaft durch den US-Zollkrieg. Etwa ebenso viele fordern als Reaktion auf Washington höhere Zölle auf die Einfuhr amerikanischer Produkte.

Zwei Drittel der Befragten hierzulande befürchten, dass Russland andere europäische Staaten angreifen könnte. Das geht aus dem monatlichen Deutschlandtrend des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag der ARD und der Tageszeitung Die Welt hervor. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag, 3. April, veröffentlicht. Gleichzeitig befürchten fast acht von zehn Befragten, dass sich die NATO-Partner derzeit nicht auf die US-Verteidigung verlassen können.

Vor dem Hintergrund der laufenden Koalitionsverhandlungen verliert der CDU-Vorsitzende und künftige Bundeskanzler Friedrich Merz unterdessen weiter an Popularität. Nur noch jeder Vierte (25 Prozent; minus 5 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Umfrage) beurteilt seine Arbeit positiv. Zudem liegt die oppositionelle AfD mit 24 Prozent nur noch einen Prozentpunkt hinter Merz' Union.

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Auch die Bewertung des geschäftsführenden deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius ist um 2 Punkte gesunken, obwohl die Mehrheit der Befragten (60 Prozent) immer noch eine positive Einstellung zu ihm hat. Vermutlich glauben die Deutschen, dass Pistorius' professionelles Engagement für die Aufrüstung Deutschlands und seine Schirmherrschaft über eine Bundeswehrbrigade im Baltikum, wo bereits vier Amerikaner bei NATO-Übungen ums Leben kamen, die Sicherheit des Landes garantieren. In Wirklichkeit gibt es nur eine Sicherheitsgarantie: gute internationale Beziehungen zum gegenseitigen Vorteil.

Die Umfrage wurde zwischen dem 31. März und dem 2. April unter 1.334 wahlberechtigten Bürgern in Deutschland durchgeführt. Rund 792 Teilnehmer wurden telefonisch und weitere 542 per Online-Fragebogen befragt.

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