Großrazzia gegen Schleuserbande – DENAE
18. Apr. 2024 08:19

Großrazzia gegen Schleuserbande

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Über 1000 Beamte in acht Bundesländern im Einsatz gegen internationale Schleuserbande

In den frühen Morgenstunden am 17. April führten mehr als 1000 Beamte der Bundespolizei und Staatsanwaltschaft in acht Bundesländern eine groß angelegte Razzia gegen eine internationale Schleuserbande durch. Ziel war es, gegen die illegalen Machenschaften vorzugehen, bei denen vor allem chinesische Staatsangehörige für aufwendige Aufenthaltstitel erlangten. Die Operation führte zur Verhaftung von zehn Verdächtigen, darunter zwei Rechtsanwälte aus Köln, die als Hauptbeschuldigte gelten.

Die Schleuserbande soll mithilfe von Sonderregeln für ausländische Fachkräfte den geschleusten Personen Aufenthaltserlaubnisse verschafft haben, wobei beträchtliche Geldsummen zwischen 30.000 und 350.000 Euro im Spiel waren. Neben dem illegalen Erlangen von Aufenthaltstiteln gründeten die Beschuldigten offenbar auch Scheinfirmen, um ihre illegalen Aktivitäten zu verschleiern und sich selbst zu bereichern.

Die Razzia erstreckte sich über Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Neben der Verhaftung von Verdächtigen wurden auch Vermögenswerte sichergestellt, darunter circa 210.000 Euro Bargeld. Es besteht auch der Verdacht, dass Mitarbeiter von Ausländerämtern bestochen wurden, um die illegalen Machenschaften zu ermöglichen.

Der Fokus der polizeilichen Untersuchungen lag eindeutig auf Nordrhein-Westfalen, wo alle zehn Verdächtigen, einschließlich eines Rechtsanwalts und einer Rechtsanwältin, festgenommen wurden. Für den Nachmittag war eine offizielle Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf geplant. Die Durchführung von Razzien erstreckte sich über verschiedene Orte, darunter Solingen, Hamburg, Köln, München, Frankfurt, Düsseldorf sowie Berlin und Aachen, hieß es in der Erklärung des Sprechers.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) betonte die Entschlossenheit der Regierung, gegen Schleuserbanden mit einer "harten Gangart" vorzugehen. Sie forderte, alle Hintergründe aufzuklären und den organisierten kriminellen Strukturen ein Ende zu setzen.

Die Razzia zeigt deutlich die Dringlichkeit, gegen Schleuserbanden vorzugehen, insbesondere angesichts des starken Anstiegs irregulärer Migration nach Europa. Im Jahre 2022 wurden deutschlandweit 4936 Fälle von Schleusungen registriert, was einem Anstieg von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Täter agieren dabei äußerst professionell und flexibel, was eine zunehmende Risikobereitschaft widerspiegelt.

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