Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und G – DENAE
22. Sep. 2023 08:38

Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des eritreischen Regimes in Stuttgart

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In Stuttgart ist es am Samstag zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des eritreischen Regimes gekommen. Einige Regierungsgegner griffen Polizisten mit Holzstöcken an und verletzten mindestens 31 Beamte. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sagte, Konflikte im Ausland dürften nicht auf deutsches Territorium getragen werden.

Das ostafrikanische Eritrea konnte erst nach einem 30-jährigen Guerilla-Krieg 1993 seine Unabhängigkeit von Äthiopien erkämpfen. Mit der Befreiungsbewegung und ihrem Führer Isayas Afewerki, der Präsident wurde, verbanden sich zunächst große Hoffnungen. Afewerki wurde zunächst als jemand unterstützt, der sein Land entwickeln und eine neue Idee von einem selbstbewussten Afrika schaffen könnte.

Doch Afewerki entwickelte sich zu einem autokratischen Herrscher, der die Macht auf einen kleinen Kreis von Loyalisten konzentrierte. Heute ist Eritrea als „Nordkorea Afrikas“ berüchtigt, weil es an Freiheit und Menschenrechten, an Bildung und Entwicklungschancen mangelt.

Die Irritationen über das Regime führen dazu, dass Gewalt zwischen Eritreern, die das Regime unterstützen, und solchen, die es ablehnen, auf andere Länder übergreift, auch auf Deutschland. Regimeanhänger beteiligen sich an Kulturfestivals und Spendensammlungen in der Diaspora, während die Opposition die Abschaffung der „Diaspora-Steuer“ fordert, die bis zu 30 Prozent des eritreischen BIP ausmacht.

Verschärft wird die Situation durch die Unterschiede zwischen zwei Gruppen von Flüchtlingen: jenen, die das Land während des Unabhängigkeitskampfes in den 1980er Jahren verlassen haben, und jenen, die nach dem Krieg an der Grenze zu Äthiopien und der Unterdrückung der Opposition im Land geflohen sind. In Stuttgart kam es zu Zusammenstößen zwischen diesen beiden Gruppen, bei denen auch Polizeibeamte verletzt wurden.

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